MarMiBone

Marine Mineralien für Knochenimplantaten aus dem Drucker

Knochenschäden einer kritischen Größe oder Komplexität entstehen beispielsweise durch Unfälle, Tumorerkrankungen oder Infektionen. Sie können mit herkömmlichen Osteosyntheseverfahren oft nicht ausreichend behandelt werden. 

Die klinische Rekonstruktion der Knochendefekte durch operative Verfahren und patienteneigenes Knochenmaterial ist häufig sehr komplex bzw. geeignetes Knochen(ersatz)material ist limitiert verfügbar. Alternative Behandlungsmethoden in Verbindung mit neuen Materialien und 3D-Drucktechnologien zur Herstellung patientenspezifischer Implantate gewinnen daher zunehmend an Bedeutung.  

Ziel des Projekts „MarMiBone” ist die Entwicklung individualisierter, biomimetischer Knochenimplantate, die mittels 3D-Drucktechnologien hergestellt werden. Im Vordergrund des Projekts stehen digital unterstützte Arbeitsprozesse zur Optimierung des Implantat-Designs, die von CT-Bilddatensätzen von Patient:innen, die von einem solchen Ansatz profitieren könnten, ausgehen. Wichtige Kriterien für das Implantatdesign sind die individuelle Anpassung des Implantats an den Knochendefekt sowie eine innere Struktur, die die mechanische Stabilität oder das Einwachsen von neuem Gewebe ermöglicht.  

Für die Herstellung der Implantate werden verschiedene 3D-Druckverfahren eingesetzt. Dazu zählen auch Biodruckverfahren, mit denen sich vitale Zellen oder bioaktive Substanzen während des Druckprozesses integrieren lassen. Durch den Einsatz von marinen Mineralien, wie aus Algen gewonnenen Calciumphosphaten, in den gedruckten Konstrukten soll der Heilungsprozess aktiv unterstützt werden. Je nach Druckverfahren werden Calciumphosphate dazu mit anderen Strukturpolymeren kombiniert. 

Die präklinische Evaluierung der Biokompatibilität und Funktionalität der Implantate erfolgt durch verschiedene Testverfahren z.B. in in vitroModellen mit humanen Zellen, in ex vivoModellen mit humanem Knochengewebe bis hin zu Tierstudien. Dabei werden u.a. die mechanische Stabilität, sowie mögliche Auswirkungen auf die Gewebereaktion im Sinne der Biokompatibilität oder möglichen Entzündungsverhalten systematisch geprüft. 

Mit MarMiBone entsteht ein technologisch anspruchsvoller Ansatz, der marine Mineralien, computergestützte Implantatplanung und fortgeschrittene 3DDruckverfahren kombiniert. Durch die im Projekt in Zusammenarbeit mit den behandelnden Chirurgen entwickelten patientenspezifischen Implantate, sollen langfristig die Behandlung komplexer Knochendefekte verbessert und technologische Grundlagen für zukünftige klinische Anwendungen geschaffen werden. 

Weitere Projekte

MURDOCK

Monitoring und Vorhersage der Knochenheilung durch Biomarker und KI Analyse

Icon Kategorien Diagnostik
Integration von Bildgebungsdaten und Isotopenmarkern für eine Heilungsprognose nach Knochenbrüchen
Pro-ASTAX

Automation und Prozessoptimierung der Astaxanthin-Produktion

Icon Kategorien Abgeschlossen, Therapie
Entwicklung automatisierter Prozesse für optimale Wachstumsbedingungen von Mikroalgen, aus denen Wirkstoffe extrahiert werden, um sie für die Prophylaxe gegen chronische Krankheiten einzusetzen
BlueBioPol

Funktionalisierte Trägermaterialien aus marinen Biopolymeren zur Therapie von chronischen Erkrankungen

Icon Kategorien Abgeschlossen, Therapie
Entwicklung von injizier- und druckbaren Hydrogelen mit marinen Gerüstsubstanzen für die therapeutische Anwendung bei Herz-, Muskel- und Knochenerkrankungen