Akutes Nierenversagen ist eine schwere und potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die häufig bei Krankenhauspatientinnen und -patienten auftritt. Gezielte Medikamente, die die geschädigte Niere aktiv schützen oder ihre Regeneration fördern, existieren bislang nicht. Genau hier setzt das Projekt MarinoNephron an.
„Wir entwickeln neuartige Wirkstoffe, die potenziell schützende Reparaturprozesse in der Niere aktivieren und gewinnen diese aus natürlichen Substanzen des Meeres. Ausgangspunkt ist ein Naturstoff aus einem Meeresschwamm, der chemisch so vereinfacht wurde, dass er vollständig im Labor synthetisiert und gezielt optimiert werden kann. Aus diesen Grundstrukturen werden neue Wirkstoffkandidaten abgeleitet, die dann systematisch auf ihre Wirksamkeit, Verträglichkeit und Verteilung im Körper untersucht werden. Ergänzend analysieren wir, welche biologischen Prozesse die Substanzen in der Niere anstoßen und wie sie dort auf molekularer Ebene wirken“, erläutert der wissenschaftliche Projektleiter Prof. Dr. Dennis Schade vom Pharmazeutischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
„Mit MarinoNephron entsteht ein vielversprechender Ansatz, der die Lücke in der medikamentösen Behandlung des akuten Nierenversagens schließen könnte – und neue Perspektiven für eine der dringendsten ungelösten Fragen der Intensivmedizin eröffnet.“
Das Projekt MarinoNephron wird vom 1. April 2026 bis zum 30. September 2028 durchgeführt und im Rahmen von BlueHealthTech gefördert.
Hier geht’s zur Projektbeschreibung mit mehr Details.
Das Mikroskopiebild zeigt einen Gewebeschnitt von geschädigtem Nierengewebe, wie es nach Minderdurchblutung auftritt, also analog zu einer Akuten Nierenschädigung (AKI, acute kidney injury). Man erkennt sowohl geschädigtes Gewebe als auch eine ausgeprägte Fibrosierung. Dieser Prozess soll mit den neuen Wirkstoffen verhindert werden.
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