Große und komplexe Knochenschäden entstehen durch Unfälle, Tumorerkrankungen oder Infektionen. Die Rekonstruktion dieser Defekte ist für die behandelnden Chirurg:innen sehr herausfordernd und bedeutet für die Patient:innen oft einen langen oder auch eingeschränkten Heilungsverlauf. Das Projekt „MarMiBone” verfolgt einen innovativen Ansatz, um die Versorgung betroffener Patientinnen und Patienten langfristig zu verbessern.
Ziel ist die Entwicklung individuell angepasster Knochenimplantate, die in ihrer äußeren Form und in ihrer inneren Struktur exakt auf den jeweiligen Knochendefekt abgestimmt sind. Grundlage für die Implantatplanung sind CT-Daten der Patientinnen und Patienten. Auf dieser Basis werden digitale Modelle der Implantate erstellt. Die Implantate werden mithilfe innovativer 3D-Druckverfahren hergestellt, wobei klinisch etablierte Calciumphosphate aus dem Meer zum Einsatz kommen. Diese regen die Neubildung von Knochengewebe an und unterstützen die Integration des Implantats im Körper.
Um eine grundsätzliche klinische Anwendbarkeit und die Sicherheit solcher Implantate zu prüfen, durchlaufen sie unterschiedliche und komplexe Testverfahren. Dabei werden unter anderem die mechanische Stabilität sowie mögliche Auswirkungen auf die Gewebereaktion im Sinne der Biokompatibilität oder möglichen Entzündungsverhalten systematisch geprüft.
Das Projekt MarMiBone wird vom 1. April 2026 bis zum 30. September 2028 durchgeführt und im Rahmen von BlueHealthTech mit rund 615.000 Euro gefördert. Beteiligte Projektpartner sind Prof. Dr. Sabine Fuchs (Koordinatorin), Leiterin Experimentelle Unfallchirurgie in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Prof. Dr. Andreas Seekamp als zuständigem Klinischen Direktor sowie Frau Dr. Dr. Juliane Wagner, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang als klinischem Direktor
„MarMiBone ermöglicht durch die technologischen Ansätze und die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Chirurgen, Naturwissenschaftlern und Ingenieuren die Entwicklung innovativer Implantate zur Behandlung kritischer Knochendefekte. Dabei ist es uns ein großes Anliegen, dass sich das individuelle Implantatdesign an der klinischen Anwendbarkeit orientiert und eng mit den behandelnden Chirurgen abgestimmt ist. Nur so können wir die technologischen Grundlagen und Arbeitsprozesse für eine mögliche klinische Anwendung etablieren“, erläutert die Projektleiterin Prof. Fuchs.
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